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PRESS COMMENTSThe EuroGames 2004 receive editorial notice from many media. In addition to numerous articles in regional and national newspapers, periodicals and magazines, there have been many Radio and Television broadcasts with local as well as national range.
July 2004 - GO München
17.06.2004 - Süddeutsche Zeitung
05.06.2004 - Adam
May 2004 - Our Munich I
May 2004 - Our Munich II
May 2004 - Our Munich III
13.04.2004 - tz München
April 2004 - reFRSEH magazine, London
April 2004 - Our Munich
10.03.2004 - Münchner Wochenblatt
March 2004 - Our Munich I
March 2004 - Our Munich II
March 2004 - Our Munich III
February 2004 - München erleben
February 2004 - Our Munich
January 2004 - Airport München - MUC Flyer
January 2004 - Our Munich
December 2003 - Our Munich
November 2003 - Our Munich
October 2003 - Our Munich
September 2003 - Our Munich
August 2003 - Our Munich
11.07.2003 - Süddeutsche Zeitung
July 2003 - Our Munich
June 2003 - Our Munich
5.5.2003 - Süddeutsche Zeitung
May 2003 - Our Munich
April 2003 - Our Munich
1.3.2003 - Münchner Samstagsblatt
March 2003 - Our Munich
February 2003 - Sergej
February 2003 - Our Munich
January 2003 - Our Munich
December 2002 - Queer City, Bayern
15.11.2002 - Abendzeitung
15.11.2002 - Abendzeitung
15.11.2002 - Münchner Merkur
15.11.2002 - Süddeutsche Zeitung
14.11.2002 - tz München
12.11.2002 - Bild
April 2002 - Sergej
April 2002 - Sergej
April 2002 - Our Munich
April 2002 - Our Munich
22.3.2002 - Süddeutsche Zeitung
22.3.2002 - Abendzeitung
13.3.2002 - Süddeutsche Zeitung |
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17. Juni 2004 Süddeutsche Zeitung
Teilnehmer-Rekord bei den EuroGames von Tanja Rest Mittlerweile kann man schon von einer richtigen Europa-Tournee sprechen: 1992 der Auftakt in Den Haag, dann Frankfurt, Berlin, Zürich, Hannover und zuletzt Kopenhabgen. Doch in keiner dieser Städte haben die Eurogames soviele Teilnehmer erreicht wie heuer in München. Für das schwul-lesbische Sportfest unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Christian Ude, das vom 29. Juli bis 1. August im Olympiapark stattfinden wird, haben sich bereits 5300 Sportler aus 38 Ländern angemeldet. "Wir freuen uns, dass wir die 5000er-Marke geknackt haben und die Spiele schon jetzt so ein großer Erfolg sind", sagt Eurogames-Sprecher Sascha Mrotzek. Vier Tage lang werden Sportler aus ganze Europa in 26 Wettbewerben um Medaillen kämpfen - darunter auch in so exotischen Disziplinen wie Aerobic, Bowling, Bankdrücken oder Cheerleading. Für Teilnehmer wie Zuschauer gilt: Jeder ist willkommen, unabhängig von der sexuellen Orientierung. Der veranstaltende Verein Eurogames erwartet insgesamt rund 20.000 Gäste in der Stadt. Auch das Rahmenprogramm ist mittlerweile festgezurrt. Den eigentlichen Spielen geht eine Kulturwoche voraus. Den Auftakt bildet am 24. Juli der Christopher Street Day, es folgen ein schwul-lesbisches Chor-Festival, eine Filmnacht und die Literatur-Lounge, auf der der Literaturpreis der schwulen Buchläden verliehen wird. Krönung soll am 29. Juli die Eröffnungsfeier in der Olympiahalle werden: Mit dabein sind Communards-Sänger Jimmy Somerville, Marla Glen, Georgette Dee und die Schwuhplattler. Die Kulturwoche endet am 1. August mit einem Abschlusskonzert im Prinzregententheater. Die Sportveranstaltungen sind kostenlos, Tickets für alle Kulturveranstaltungen könne über München-Ticket und unter www.eurogames.info/2004 gebucht werden. 250 ehrenamtliche Mitarbeiter bereiten das Sportfest seit einem Jahr vor, weitere 650 Helfer haben sich bereits registrieren lassen. Sascha Mrotzek freut sich: "Wir sind stolz darauf, dass uns die Stadt, die Sportvereine und die Szene so großartig unterstützen - und im Sommer hoffentlich auch die Münchner."
Source: Süddeutsche Zeitung page 41 |
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May 2004 Our Munich I Der Legende zweiter Teil Von Manuel Frank Am 19. Mai starten die EuroGames ihre zweite Magic-Bar-Tour. Über 40 der beliebtesten Münchner Lokale bieten Freigetränke, vergünstigtes Essen und viele Überraschungen an. Der Countdown für die größten EuroGames aller Zeiten läuft! Am 24. Juli wird der CSD die bunte Kulturwoche, bestehend aus Konzerten, Film- und Shoppingnächten, zahlreichen Partys und vielen weiteren Highlights, Münchens größtes Sportevent bis zur Fußball-WM einläuten. Die Eröffnungsfeier in der Olympiahalle am 29. Juli bildet dann den Auftakt zu Wettkämpfen in 27 Disziplinen von Aerobics bis Volleyball. Über 5000 Sportler- Innen aus 47 europäischen Ländern und mehr als 25000 BesucherInnen werden erwartet. Schon vor Beginn der Spiele bieten die EuroGames die schiere Lust am Feiern: Am 19. Mai gibt es die zweite Magic-Bar-Tour. Über 40 Lokale rund um den Glockenbach locken erneut mit kleinen und großen Überraschungen. Wer die legendäre erste Tour im Herbst verpasst hat, bekommt nun nochmals die Chance, seine Liste an Lieblingsclubs, -kneipen und -restaurants um einige Neuheiten zu erweitern ebenso den Bekanntenkreis! Außerdem werden überall die netten EuroTeamer in ihren orangen T-Shirts zugegen sein, die die Gelegenheit dazu nutzen werden, weitere Helfer für die Spiele und Gastgeber für die SportlerInnen zu gewinnen. Für nur 15 Euro gibt es ab Anfang Mai in allen teilnehmenden Locations, in den Buchläden Lillemor’s und Max & Milian sowie in Angelo’s Ticket Shop und im EuroGames Büro in der Blumenstraße die begehrten Couponblöcke. Zeit: Mittwoch, 19. Mai, ganztägig bis zum nächsten Morgen (richtet sich nach den Öffnungszeiten der Lokale) Ort: Alexander's Café • Aroma • Arosa Chalét • Baader Café • Bar Jeans • Bei Carla • Bon Valeur • Café Glück • Café im Sub • Café Lotter-Leben • Carmen’s Lounge • Cook • Deutsche Eiche • Die Bank • Eagle Munich • Fraunhofer Schoppenstube • Fred’s Pub • Inge’s Karotte • Iwan • Krablergarten • Kraftakt Café & Bar • Kreuzberger • Lux Bar & Restaurant • Morizz • Moro • New York • Nil • Ochsengarten • Ododo • Orangha Bar & Restaurant • Pop-As • Tumblinger • Rico Restaurant Bar • Rumpler • Seitensprung • Strada • Teddy Bar • The Stud • Vino del Baco • Wirtshaus zum Isartal • Zur Feuerwache • Zur Schwalbe Kosten: 15 Euro für den Couponblock Vorverkauf: ab Anfang Mai in allen oben genannten Lokalen, in den Buchläden Lillemor’s und Max & Milian bei Angelo’s Ticket Shop und im EuroGames-Büro, Blumenstr. 28, 1.Stock (vorher anrufen, Tel.: 089/59043691).
Source: Our Munich page 18 |
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May 2004 Our Munich II
Ein München-Bilderbuch für die EuroGames Von Karl H. Prestele Die EuroGames in München scheinen unter einem guten Stern zu stehen, das zeigt sich immer wieder. In wenigen Wochen beginnen die Spiele, aber schon jetzt werfen sie ihre Schatten voraus. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass der bekannte Münchner Künstler Robert C. Rore seit langem ein München-Buch geplant hat, das demnächst erscheint, und das er nun großzügig in die Dienste der EuroGames stellt. Zusätzlich zur Buchhandelsausgabe wird ein Spezialeinband mit dem Hinweis auf die EuroGames und deren Logo gedruckt. Der gebürtige Berchtesgadener Robert C. Rore, der mit 18 Jahren nach München zog und seitdem hier lebt, hat sich vor allem mit Männerbildern und Obst- und Gemüse-Stillleben in der deutschen Kunstszene einen Namen gemacht. Längst vorbei sind die Zeiten, wo er als Chemieund Kunstgeschichts-Student sein Dasein als Pflastermaler und Zeichner touristischer Sehenswürdigkeiten fristete. Mit seinem München-Buch kehrt er aber gewissermaßen noch einmal zu den Anfängen seiner Künstlerkarriere zurück. Denn in den rund 150 Aquarellen und Zeichnungen des Buches zeigt er seine ganz persönliche Sicht auf die Stadt München, und zwar nicht nur deren allseits bekannte und bedeutende Sehenswürdigkeiten, sondern mit viel Liebe zum Detail auch weniger vertraute und oft übersehene Orte, Winkel und Gebäude im ganzen Stadtgebiet. Sein Buch will keine gezeichnete Variante eines touristischen Fotobandes mit dem immer gleichen Blickwinkel auf tausendfach abfotografierte Objekte sein. Vielmehr lassen sich manche Bauten in seinen Aquarellen auch mit dem besten Weitwinkel-Objektiv nicht so wiedergeben, wie Rore sie mit seinem malerischen Auge aufs Papier bringt, so etwa die Fassade der Residenz, die Augustiner-Brauerei oder das Prinzregententheater. Einige Male wagt er sogar die Gegenüberstellung zweier ungewohnter Motive auf einer Doppelseite, die durch diesen Kontrast an Reiz hinzugewinnen. Es hat durchaus was für sich, den erotischen „Barberinischen Faun“ in der Glyptothek mit der hindrapierten Nackten auf einem Gemälde von Boucher aus der Alten Pinakothek kombiniert zu sehen, die berühmten Münchner Moriskentänzer aus dem Stadtmuseum mit der bunten Kunststoffsäule von Olaf Metzel im Treppenhaus der Pinakothek der Moderne, die in kurzer Zeit schon so etwas wie deren Wahrzeichen geworden ist, oder das Max-II-Monument in der Maximilianstraße mit den schnittigen Windsurfern auf der Theresienwiese unter der Bavaria. Natürlich dürfen die knackigen Eisbach-Surfer genauso wenig fehlen wie die hüllenlosen Sonnenanbeter im Englischen Garten oder die fantasieanregenden Formen der zwei Türme der Frauenkirche aber ein bisschen Klischee darf durchaus auch sein! Robert C. Rores Blick auf München ist sympathisch subjektiv und mit einem amüsanten Augenzwinkern und feiner Ironie unterlegt. Das beweisen auch seine eigenen, handschriftlich hinzugefügten Bildkommentare, die ihn als scharfzüngigen Beobachter zeigen. Dazu passen ideal die humorvollen und kenntnisreichen kleinen Kapitel der bekannten Münchner Autorin Lilian Schacherl, die schlaglichtartig die Münchner Stadtgeschichte und die Befindlichkeiten ihrer Einwohner beleuchten. Beides die eleganten und flüssigen Texte und die luftig wie locker hingeworfenen und skizzenhaft offenen Bilder feiert die bayerisch-barocke Leichtigkeit, die „Italianità“, die unsere Stadt so anziehend für viele macht. Kein Wunder, dass sich beim Durchblättern ein Lebensgefühl einstellt, das die Feststellung wieder einmal zu bestätigen scheint, München sei die nördlichste Stadt Italiens. Dieses Buch ist eine einzige Liebeserklärung an München. Ideal also zum Verschenken an Freunde, Verwandte, Gäste und als Souvenir für all die Tausenden Besucher, die Ende Juli zu den EuroGames nach München strömen werden. Wer es kauft, tut auch den EuroGames etwas Gutes: Zwei Drittel von den 20 Euro, die es bei den Vorverkaufsstellen kostet (siehe Infokasten), gehen an die EuroGames. Zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wird Robert C. Rores Buch am 26. Mai in der Galerie Ruetz, die gleichzeitig die originalen Aquarelle und Zeichnungen aus dem Buch in einer Ausstellung präsentiert und die man auch käuflich erwerben kann. Zu dieser Vernissage um 19 Uhr sind alle München-Fans, Kunstfreunde und EuroGames-Interessierte herzlich eingeladen. Info
Buch: „München. Ein Skizzenbuch“,
Illustrationen von Robert C. Rore,
Texte von Lilian Schacherl
Source: Our Munich page 32 |
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May 2004 Our Munich III
Fechten mit Florett und Feder Von Ariane Rüdiger Ich wollte eigentlich schon viel früher fechten lernen, aber ich habe einfach keine Möglichkeiten gefunden. Was es gab, war mir zu militärisch und martialisch“, erinnert sich Roth, die im bürgerlichen Leben mit der Feder ficht: Sie ist Cheflektorin für alles rund um Mathe, Naturwissenschaft und Technik beim Oldenbourg- Verlag. Die drahtige Sportlerin behalf sich also mit Alternativen: zunächst Leichtathletik, dann Klettern. In dieser Sportart startete sie bei den GayGames in New York. Schließlich wurde Roth hinsichtlich ihrer Traum- Sportart doch noch fündig: Übers Internet entdeckte sie den MTV München 1879, einen Münchner Fechtverein mit rund 250 Mitgliedern beiderlei Geschlechts. Er betreibt die einzige Sporthalle der Stadt, die speziell auf den Fechtsport zugeschnitten ist. Gefochten wird mit Florett, Degen oder Säbel, zwischen denen feine Unterschiede bestehen. Sie beziehen sich auf die Form der Abdeckung des Griffs, die erlaubte Trefferfläche und darauf, ob für einen Treffer nur geradeaus gestochen oder auch von schräg geschlagen werden darf. Verletzungen durch die Waffe sind dank moderner Materialien so gut wie ausgeschlossen. „Man holt sich beim Fechten höchstens blaue Flecken oder mal eine Zerrung. Der Körper reagiert allerdings auf jeden Fechtangriff mit einem Adrenalinstoß, als ginge es ums Leben“, sagt Roth. Mittlerweile hat Margit Roth, die sich schließlich fürs Florett entschied, nicht nur eine komplette Ausrüstung, sondern auch einige für Spätstarter wie sie beachtliche Meriten errungen: Sie ist Dritte der bayerischen Seniorenliste (ab 30 Jahre) und auf einem der Dreißiger-Plätze der bayerischen Aktiven-Landesliste. Roth nimmt rund einmal monatlich an Wettkämpfen teil – meist in Bayern, aber auch international. Vor kurzem konnte sie in den Niederlanden einen zwölften Platz herausholen. Damit sie fit bleibt, trainiert sie zweimal wöchentlich zweieinhalb Stunden. In ihrem Verein lebt Roth ihre sexuelle Identität offen und hatte damit noch nie Probleme. Außer ihr fechten zwei schwule Männer beim MTV. Als Roth sich verpartnerte, „kam unsere ganze Mannschaft in voller Ausrüstung und stand Spalier“, erinnert sie sich. Am Fechten faszinieren sie die Schnelligkeit und die Konzentration. „Entweder man ist voll dabei, oder man geht am besten gleich von der Bahn. Man muss angreifen, also aggressiv auf einen Gegner zugehen. Weil ich sehr wettbewerbsorientiert bin, liegt mir das“, sagt Roth und widerspricht damit allen Vorurteilen hinsichtlich kuschelweicher Weiblichkeit. Für ihre Tatkraft spricht auch, dass sie sich kurz entschlossen in die EuroGames-Organisation einklinkte: „Als ich hörte, dass es keinen Fechtwettbewerb geben würde, habe ich beschlossen, einen zu organisieren – übrigens den ersten im Rahmen von Euro- oder Gay Games“, sagt sie. Ihr Verein unterstützt die lesbische Fechterin dabei: „Es war kein Problem, unsere Halle zu bekommen.“ Die EuroGames-Fechter und -Fechterinnen werden also in einem optimalen Umfeld um die Medaillen kämpfen. „Ich hoffe, dass durch die EuroGames mehr Lesben und Schwule entdecken, wie faszinierend der Wettkampf auf der Fechtbahn sein kann“ Für den EuroGames-Wettbewerb konnte die Fechterin eine prominente, offen lebende Lesbe – im Leistungssport immer noch eine Rarität – als Schirmherrin gewinnen: Imke Duplitzer, die Degen-Junioren-Weltmeisterin. Sie wird zum Beispiel die Medaillen verteilen. Alle Disziplinen, also Degen, Florett und Säbel, Einzel- und Mannschaftswettbewerbe, sollen ausgefochten werden. Wer am Mannschaftswettbewerb teilnehmen möchte, aber kein volles Team mitbringt (es besteht aus drei Aktiven eines Geschlechts), wird einem Pool zugeteilt. Aus dem heraus bilden die Organisatoren dann Mannschaften. Derzeit sind bereits zehn Anmeldungen eingegangen. Doch das ist längst nicht alles. „Ich rechne mit bis zu 100 Aktiven“, sagt Roth. Eine lesbischschwule Trendsportart war das Fechten bisher nicht. Vielleicht, weil die Assoziationen mit Burschenschaften, kriegerischem Gehabe und erzkonservativen Kreisen das Bild trüben. „Ich hoffe, dass durch die EuroGames mehr Lesben und Schwule entdecken, wie faszinierend der Wettkampf auf der Fechtbahn sein kann und in unsere Anfängerkurse kommen“, sagt Roth. Schließlich geht es beim Wettkampf- Fechten nicht darum, blind draufzuhauen oder sich Narben zu schlagen, sondern um kontrollierte Aggression, Schnelligkeit, Präzision und Konzentration.
Source: Our Munich page 33 |
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13.04.2004 tz München
Eurogames 04 Wettkämpfe für Schwule, Lesben und den Rest Von Barbara Wimmer Handtaschenweitwurf und Stöckelschuh-Rennen: Solche Disziplinen gehören zu den Attraktionen des Christopher Street Day, der heuer am 24. Juli stattfindet. Diesen Sommer ist das jährliche Festival der Schwulen und Lesben nur der turbulente und schrille Auftakt für ein Spektakel, das in dieser Dimension erst einmal in Europa stattgefunden hat: Nach Zürich ist München die zweite Stadt, in der die Eurogames veranstaltet werden: eine Art Olympiade, die zwar im internationalen Wahrzeichen der Homosexuellen, dem Regenbogen steht, an der aber alle teilnehmen können. In den oben genannten Sportarten werden zwar keine Wettkämpfe ausgetragen, doch unter den 27 Eurogame-Disziplinen sind einige, die bei olympischen Spiele - zumindest so - nicht vertreten sind. 5000 Sportler (4000 sind schon eingegangen) werden um Gold-, Silber-, und Bronzemedaillen kämpfen, in Fuß- und Basketball, Rudern, Schach und Schwimmen, aber eben auch in Aerobics oder Cheerleading. Und bei den Tanzturnieren kann man nicht sagen, "der Herr führt" - denn entweder gleiten zwei Herren übers Parkett oder eben zwei Damen. Ein üppiges Programm also für die 20.000 Zuschauer, die das Organisationskomitee erwartet. Seit Monaten sind etwa 100 "Euro-Teamer" mit der Vorbereitung des Mega-Events beschäftigt. "Alles Ehrenamtliche", berichtet Christan Felix, für Marketing zuständig. Er muss nicht nur das Event planen, sondern sich auch selbst fit machen. Schon in Zürich lief er den Marathon mit, ebenso in Sydney bei den Gay Games. Rosa-Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl hat sich bei der Stadt dafür eingesetzt, die Veranstaltung nach München zu holen. OB Christian Ude ist in diesem Jahr nicht nur Schirmherr des Christopher Street Day, sondern auch der Eurogames. Geld gibt's nicht von der Stadt, dazu ist sie finanziell zu schwach auf der Brust, dafür aber Sonderkonditionen für die Benutzung des Olympiageländes und der anderen Sportstätten, der MVV gewährt einen Sonderpreis. Zum Ausgleich für sportliche Höchstleistungen gibt es ein umfangreiches Outdoorprogramm, zum Beispiel Wander-, Fahrrad- oder Skatetouren. Auch kulturell wird während der ganzen Woche einiges geboten, vom Bayerischen Abend mit den Schwuhplattern im Zunfthaus über eine schwul-lesbiche Filmnacht im Atelier- und City-Kino bis hin zum internationalen Chortreffen mit verschiedenen Konzerten (www.eurogames.info/2004). Insgesamt rechnen die Organisatoren mit 800.000 Euro Kosten. Die können nur zum Teil mit Teilnahmegebühren (68 bis 78 Euro) gedeckt werden. Als Sponsoren haben sich bisher Granini, Bristol-Myers Squibb, die Deutsche Eiche und Webport gemeldet. Gold-Sponsor ist Galeria Kaufhof am Marienplatz (siehe unten). Und der Vertrag mit Silber-Sponsor Löwenbräu ist auch so gut wie unter Dach und Fach. Kaufhof unterstützt Schwulen-Fest Haus am Marienplatz: Geld- und Sachspenden für die Games Galeria Kaufhof am Marienplatz hat sich entschieden, den Organisatoren der schwul-lesbischen Eurogames als "Gold-Sponsor" Hilfestellung zu geben. Das Spendenpaket umfasst 50.000 bis 55.000 Euro, zum anderen Sachspenden wie T-Shirts, Rucksäcke und Ähnliches. Die tz fragte Geschäftsführer Reimund Baumheier, was ihm an diesem sportlichen Event so besonders gefällt. Es sei zum einen die Tatsache, dass es sich um "eine große Breitensportaktion handelt", sagt Baumheier. Außerdem hätten die drei Herren vom Eurogames-Organisationsteam ihr Konzept so mitreißend geschildert, dass er erkannt habe: "Das ist eine rundherum sympathische Aktion." Und die passt zur Galeria Kaufhof in der guten Stube der Stadt, zu ihrer Kundschaft und ihrem Personal. Das Haus am Marienplatz verstehe sich als liberal, weltoffen. Baumheier: "Für religiöse, politische und sonstige Neigungen unserer Kunden interessieren wir uns nicht." Die Mitarbeiter seien begeistert von der Idee, dass sie bei den Eurogames praktisch mitspielen dürfen.
Source: tz München page 6 |
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April 2004 reFRESH Magazine, London MUNICH BUTCH! EUROGAMES 2004 A right little Athlete´s Village! As queer gear up for EuroGames IX in Munich this summer (29th July - 1st August), Adrian Gillan checks the form, plays the field and asks: cheerleading? „Oh come on!“ whoops Sascha Falk C. Mrotzek of EuroGames Munich. „Cheer-leading and line-dancing are as serious as swimming, track and field or basketball. It´s sport and passion! EuroGames are a serious sporting event – people take part in order to compete and maybe win. It is also a political statement too as we fight for the integration of groups against whom people still discriminate today. And whatever, nothing should prevent people from simpy enjoying themselves when they come here to lovely Munich.“ 27 sports, 5,000 competitors; 20,000 spectators – from wresting and dancing to chess and cheerleading: it can only be the the ninth EuroGames. Held annually - except every fourth year when the international Gay Games are held – this year even will take plarce at the magnificent 1972 Olympic Stadium in Germany´s third largest city. With a budget in excess of half a million pounds – mostly coming from sponsors and ticket sales – the event is volunteer-led and doesn´t expect a profit, at least not a whopper one. „The sporting standard is generally very high“, insits Mrotzek. We do indeed have professional athletes who either, although EuroGmes is officially known as a mass sporting event for amateurs. We always emphasize that the event is for everybody – the name „EuroGames“ indeed lacks any gay reference. On the other hand, ninty percent will indeed be LGB.“ And there´ll be lots of action off the track too, with competitors and spectators enjoying a festival of culture, mingling gaily in the central area around Sendlinger Tor and Müllerstrasse so bringing with gay venues that even the beer´s queer. But behind the feats and cheers, beyond the bustle and bonding, the backslapping and stabbing, thera are some serious questions to be answered. Isn´t there a danger the Athlete´s Village might become yet another ghetto? Defends Mrotzek: „As long as LGB athlethes have to hide themselves within „straight“ sports clubs and competitions, there will be a need to convene LGB sport events like EuroGames. But that´s not Munich´s endgame. We are determinded to be extremely public at the Olympic site. We want to attract many straight participants and spectators, to be visible, make contact and therefore stimulate integration.“ „We´ve certainly got bigger“, reflects Pepe Garcia Vazquest, General Secretary of European Gay & Lesbian Sports Federation (EGLSF), which mandates EuroGames as part of its pan-Euro LGB sports function. He casts back to vthe very first 1992 EuroGames: „We attract more participants and countries year on year. In Munich you´ll see entrants from East and Central Europe, and from newer Southern states. We´ve also noticed increasing input from mainstream authorities, institutions and sponsors.“ „Sport is still one of the most homophobic milieus“, he regrets, „in some ways even more so than the army or church. Nevertheless we´ve noticed some encouraging signs. Many sports people are less afraid of „coming out“ now , and ther ist grater cooperation with some mainstraem sports federations.“ Vazques disagrees that regions with the poorest sporting integration have of necessity, the moste developed LGB sporting networtks: „To the contrary. The LGB sport organisations are the outcome of an active and visible community, so - unhappily – the poorer the integration, the leser the network developement. Inthat sens the EGLSF and inidviudual LGB clubs have an importan outreach role. Generally speaking, poorest integration is found in Southern, Eastern and Central Europe – although the situation ist chaing very quickly in some cases. In Northern contureis the conditions vary from place to place, but oone would have to admit that there is still a lot of work to be done by all parties everywhere.“ „The EuroGames, other tournaments and each and every LGBT sports club itself all help boost visibility“, Vazques sides with Mrotzek. „That´s surely the first step toward integration. Of course we can all dream of fully integrated sports throughout Europe, with no homophobia and full acceptance – and that must indeed be our goal – but, bing realistif, we are very far from it just yet. And even if it comes, EuroGames needn´t disappear. It can continue as a successful general sporting event, open to all.“ Vazques explains why the vast majority of EGLSF members are currently from German and Holland: „It´s up to each individual club or association to decide to be listed on the EGLSF site or become a member. One of the reasons for ther overwhelming presence of Dutch and German clubs is because it was LGBT clubs from these nations that pioneered sporting activities at European level. But clubs from other countries – notably Spain, Hungary, Slovenia and Bulgaria – are signing up. And it is encouraging that recently a few more British clubs have even joined too! Let´s hope we even get some new bids to host EuroGames soon from your side of the Channel.“ Indeed, the good old Anglo-Continental divide even seem to manifest itself at hte queer sporting level. The1999 EuroGames were scheduled to be held in Manchester hosting EuroPride last year. Blighty still awaits its moment of EuroGames glory! The EGLSF is currently a member organisation of the international Federation of Gay Games and participants on its encommittees and at its Annual General Meeting. Vazques ist stoical about the recent schism that has seen Montreal split from the Federation of Gay Games to host its owns international LGB sporting event in 2006, with (at time of going to press) Chicago and Los Angeles competing to host the official 2006 Gay Games: „The feeling about all this cannot be be but very sad. It´s a great disappointment for the entire LGBT sports community that those involved were not able to reach agreement. The most positive way to understand the situation would perhaps be to consider it as call for reneval and to be conscious of the diverse ways of conceiving a sports policity for the global LGBT community. EuroGames IX takes place in Munich 29th July - 1st August: www.2004.eurogames.info. For the history and heritage of EuroGames and latest information on the European Gay & Lesbian Sports Federation (EGLSF) and LGB sporting event across Europe: www.eurogames.info or www.gaysport.info
Source: reFRESH |
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April 2004 Our Munich Magic Bar Tour der 2. Teil “Nachdem die Wiener aus waren, habe ich Spaghetti gekocht” Schon jetzt vormerken: Die „MBT II“ zu Gunsten der EuroGames 2004 findet am Mittwoch, 19. Mai, statt, (der Abend vor Christi Himmelfahrt). Dann ist festes Feiern angesagt und am folgenden Tag kann jeder bis in die Puppen schlafen. Ziel der Veranstaltung ist, neben ordentlichen Spenden, Helfer und Gastgeber für den Mammutevent EuroGames zu werben. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der legendären „Magic Bar Tour I“: Die Tour-Gänger kaufen ein Coupon-Heft und bekommen damit in den Bars, Kneipen und Restaurants, die mitmachen, verbilligt oder kostenlos zu essen und/oder zu trinken. Als klare Überzeugungstäter für den guten Zweck sind die angesagtesten Locations der lesbisch-schwulen Szene wieder mit dabei! Welchen Spaß-Faktor die Tour erreicht, lässt sich aus den Kommentaren der Wirte und Kneipiers zur „MBT I“ heraushören. Diese reichten von “Regal fast leer getrunken, kein Umsatz, 10 Liter Schnaps und ein Fass Bier verschenkt, bereue aber nichts” über “Zum ersten Mal im Leben Schwielen an der Hand, nach 275 Caipis, so viel wie noch nie” bis hin zu “Stammgäste sind verschwunden, da Laden zu voll, zu viele betrunkene Frauen”. Verflucht sei, wer Schlechtes dabei denkt es dient einem guten Zweck. Außerdem gilt: Lieber den Hals verrenkt, als dem Wirt etwas geschenkt. (nh)
Source: Our Munich page 14 |
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March 2004 Our Munich I Barbara Wankerl gibt Lesben ein Gesicht Von Ariane Rüdiger Sportlich ist Barbara Wankerl eigentlich nicht. Dass sie heute bei den EuroGames im Kraulen für die Isarhechte antritt, hat eher mit ihren Studienjahren zu tun: Die Biologiestudentin lebte nämlich sechs Jahre ohne Dusche. „Weil Schwimmen noch dazu der einzige Sport war, in dem ich jemals mithalten konnte, lag es nahe, auch in München regelmäßig zum Schwimmen zu gehen.“ Die drahtige Mittdreißigerin erarbeitete sich mit erstaunlicher Hartnäckigkeit ein eigenes Trainingsprogramm. „Am Anfang schaffte ich gerade mal 500 Meter und war froh, wenn ich eine Bahn durchkraulen konnte. Jetzt schaffe ich 2000 Meter Kraul am Stück“, sagt sie. Inzwischen hat Barbara Wankerl zwar eine Dusche, ihre Begeisterung für das Schwimmen hat das aber nicht beeinträchtigt. Die PR-Beraterin kam Anfang der Neunziger zu den Isarhechten. Dort lernte sie Dirk Sesselmann von den EuroGames kennen. Ihre knappe Freizeit muss die Schwimmerin genau aufteilen. Denn sie hat neben dem Schwimmen nicht nur eine Freundin, sondern auch noch ein weiteres anspruchsvolles Hobby: Theaterspielen. Mit der Tollhaus Theater Compagnie, die in der Pasinger Fabrik ihre Bühne hat, produzieren sie und andere jedes Jahr zwei meist moderne Stücke. „Deshalb weiß ich, wie es ist, wenn viele einen ansehen“, sagt Barbara Wankerl. Und das mag wiederum den Ausschlag gegeben haben dafür, dass Dirk Sesselmann die Wahlmünchnerin bat, sich für die EuroGames-Werbung ablichten zu lassen. Tatsächlich strahlt Barbara Wankerl auf dem Foto, das nun in ganz Europa verbreitet wird. Dabei hatte sie sich die ganze Sache zunächst viel bescheidener vorgestellt. „Ich nahm an, es würde noch viel mehr Models geben und mein Gesicht würde nur auf einem Flyer und einer Broschüre erscheinen.“ Mit der unerwarteten Berühmtheit hat sie aber keine Probleme, im Gegenteil sieht sie sich nun als Plattform, um etwas zu bewegen. Einerseits hofft sie, durch ihr Engagement mehr Frauen für die Isarhechte zu begeistern. „Der Verein ist sehr männerlastig – von rund 160 Mitgliedern sind nur 20 bis 30 Frauen“, bedauert sie. Sie möchte zeigen, dass die EuroGames Freude und Spaß bedeuten. Und schließlich hat sie das öffentliche Bild von den Lesben aufs Korn genommen: Während Schwule als attraktive Konsumenten mit dickem Geldbeutel gelten, sieht man in der Lesbe die verbiesterte Emanze ohne Spaß am Leben. „Ich würde gern das tief sitzende Negativimage von der verbiesterten Lesbe erschüttern“, sagt Barbara Wankerl. Wenn das mit diesem Foto nicht gelingt, wie dann?
Source: Our Munich I |
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March 2004 Our Munich II
Sportbegeisterte Lesben vor Von Elke Amberg Die Hälfte der EuroGames den Frauen 50 Prozent Teilnehmerinnen! Das ist das Ziel der EuroGames-OrganisatorInnen in München. Frauen sollen sich bei den IX. EuroGames wohl fühlen. Sowohl im Kulturprogramm, das bereits eine Woche vorher beginnt, als auch bei den 27 Sportarten laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Eines der größten lesbischschwulen Sport-Events in Europa freut sich über zahlreiche Anmeldungen sportbegeisterter Lesben. Vorbedingungen für die Teilnahme gibt es keine, von der einzelnen Freizeit-Joggerin bis zum geübten Fußball-Team haben Lesben, Heteras und Transgender aller Leistungsstärken ihren Platz. Auch behinderte Frauen sind herzlich willkommen. Die Freundinnen oder die Liebste können sich parallel dazu beim umfassenden Kulturprogramm mit Ausstellungen, Kabarett, Konzerten und Partys vergnügen. Für die Eröffnungsfeier in der Münchner Olympiahalle werden momentan Stars und Szenestars wie Marla Glenn, Georgette Dee und die Croonettes geworben. Dabei sein ist alles Das Sportspektakel der lesbisch-schwulen Community ist in Frauen- und Lesbenkreisen bisher nur wenig bekannt. Es findet regelmäßig in wechselnden Städten statt, zuletzt in Kopenhagen. Von A wie Aerobics über Badminton, Fußball, Schwimmen, Tennis, Tischtennis bis zu Triathlon und Volleyball ist ein breites Spektrum von insgesamt 27 Einzel- und Gruppensportarten geboten. Bei der Vorbereitung engagieren sich zurzeit etwa 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der lesbischschwulen Szene, verteilt auf mehrere „Abteilungen“, wie zum Beisiel Sport-Management, Kultur, Sponsoring, Marketing. Der Münchner OB Christian Ude ist Schirmherr der Großveranstaltung. Einsatz für Frauen lohnt Bisher gingen mehr als 3000 Anmeldungen ein, mit rund 5000 teilnehmenden Sportlerinnen und Sportlern rechnen die VeranstalterInnen bis Registrierungsende am 30. April. Inklusive der SportlerInnen werden die EuroGames etwa 20.000 BesucherInnen in München willkommen heißen. Eine Frauenquote von 50 Prozent ist keine Traumtänzerei. Sie wurde erstmals bei den VII. EuroGames 2000 in Zürich erreicht. Bei den diesjährigen großen EuroGames (die nur alle vier Jahre stattfinden) ist der Münchner Frauensportverein Amazonen Mitveranstalterin. Die beiden Volleyball-„Amazonen“ Sabine Malecek und Annette Wolff sitzen als zwei von acht Vorständen im Leitungsteam der Games. Sabine Malecek organisiert die gesamten Sportarten und sorgt für deren reibungslosen Ablauf, Annette Wolff ist die Fachfrau für Finanzen. Somit sind zwei zentrale Positionen von Frauen besetzt. Beide engagieren sich auch persönlich mit Infoständen und Veranstaltungen dafür, möglichst viele Frauen für die Mitorganisation und Teilnahme zu gewinnen. Der Frauenanteil beträgt bisher etwa ein Drittel (Stand: Januar), sowohl bei den OrganisatorInnen als auch bei den Teilnehmerinnen. Olympiagelände erobern Tanzen, Badminton, Schwimmen und nach dem WM-Sieg der weiblichen Nationalelf natürlich Fußball sind die begehrtesten Sportarten der bereits angemeldeten Lesben. Wobei Fußball die bisher höchste Frauenquote mit 85 Prozent erreicht, gefolgt vom Standardtanz mit 70 und Basketball mit 60 Prozent. Die Männer entscheiden sich häufiger für Schwimmen, Badminton, Leichtathletik und Tennis. München lockt mit außergewöhnlichen Veranstaltungsorten: Erstmals finden die Eröffnungszeremonie, ein großer Teil der Wettkämpfe und Events in der Olympiahalle und auf dem Olympiagelände von 1972 statt. Wer die Teilnahme bei den Games mit anderen Urlaubsaktivitäten verbinden möchte, findet die bayerischen Seen und Berge direkt vor der Haustür. Besonderes Plus für Sport-Lesben: Jede Sportart wird sowohl von Männern als auch von Frauen betreut, die Frauenturniere werden sogar allesamt von Frauen organisiert. Party und mehr Auch kulturell ist der Stand der Vorbereitungen mindestens fifty-fifty. Bei der großen Eröffnungszeremonie in der Olympiahalle teilen sich eine Moderatorin und ein Moderator das Mikro. Zusammen mit Marla Glenn und den Szenestars werden sie ihr Bestes geben um die ähnlich wie nei einer Olympiade einmarschierenden TeilnehmerInnen für den sportlichen Teil anzuheizen. Im Rainbow- Village stehen mehrere Lesben und Schwulen- Chöre auf dem Programm, die stimmgewaltige Katharina Herb, Musicalstar Uwe Kröger und verschiedene Bands und Gruppen. Rock, Tango, Klezmer, Stepptanz, Filme und Theater, die Schauspielerin Ulrike Folkerts wird voraussichtlich eine „Performance-Lesung“ geben frau darf gespannt sein! Aber natürlich gibt es auch im „Begleitprogramm“ Sport: Parallel zu den Wettkämpfen organisieren die Münchner Hykedykes verschiedene Trekkingund Wandertouren. Höhepunkt ist natürlich eine Mega-Women-Only-Party zum Abtanzen für alle, die sich dann noch nicht sportlich verausgabt haben! Info
Kontakt für Frauen: Sabine Malecek, Tel.: 089/44 49 92 04
Source: Our Munich page 40 |
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March 2004 Our Munich III
Gay Games 2006 nicht in Montreal Von Dennis Klein Die Gay Games wurden 1982 zum ersten Mal in San Francisco ausgetragen. Damals mit gerade 1300 Sportlern, ist das Ereignis inzwischen zu einem Multimillionen-Dollar-schweren Event angewachsen. Doch damit fingen die Probleme erst an. Nun hat die Federation of Gay Games (FGG) Montreal, dem Austragungsort 2006, wegen Streitereien die Spiele wieder entzogen. Doch die Frankokanadier geben sich kämpferisch. Sie wollen ihr eigenen Sportevent veranstalten, auch ohne die Unterstützung der FGG: „Wir werden die besten Spiele veranstalten, die schwule und lesbische Athleten jemals gesehen haben“, verspricht Mark Tewksbury trotzig. Er ist Chef von Montreal 2006 und hatte 1992 bei den Olympischen Spielen Gold im Schwimmen geholt. Der Streit zwischen den Kanadiern und der FGG schwelte bereits seit Jahren. Die Dachorganisation wollte die Spiele diesmal eher klein halten, da die beiden voherigen Austragungsstätten Sydney und Amsterdam herbe Verluste eingefahren hatten und dadurch bereits im Vorfeld unsicher war, ob die Spiele überhaupt stattfinden konnten. Der größte Knackpunkt nach außen: Montreal plante ursprünglich die Teilnehmergebühren von 24000 Athleten ein, knapp doppelt so viele wie in Sydney 2002. Das sei zu erreichen, da die Mehrheit der Sportler aus Nordamerika käme, denen der Weg nach Australien zu weit gewesen sei. „Völlig unrealistisch“, konterte die FGG. „Wir wollten daher eine engere Zusammenarbeit mit unserem Austragungsort, insbesondere im finanziellen Bereich“, so Roberto Mantaci von der FGG. „Bei Sydney 2002 hatten wir das erste Mal die Möglichkeit, diese Partnerschaft anzugehen. Leider haben wir zu spät damit angefangen, sodass sie nicht den gewünschten Effekt erzielen konnte.“ Sydney hatte ein Defizit von umgerechnet 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Die vom FGG propagierte „Partnerschaft“ sieht Montreal jedoch als Einmischung. „Die wollten die volle finanzielle Kontrolle“, so der zornige Tewksbury – und das, obwohl die FGG die Suche nach Sponsoren stets dem Veranstaltungsort überließ. Die Kanadier hatten allein eine Reihe potenter Geldgeber gesucht und gefunden. So unterstütze auch der Staat das Event mit knapp vier Millionen Euro. Zudem sollten erstmals in der Geschichte der Veranstaltung die Montrtaler Gay Games live im Fernsehen übertragen werden – der größte öffentliche-rechtliche TV-Sender Canadian Broadcasting Corporation hatte die Verträge bereits unterzeichnet. Wie vergiftet das Klima ist, zeigen einige Anekdoten von Abgeordneten beider Seiten. So sagte ein Vertreter der FGG, die Kanadier wollten dem Dachverband Verträge nur vertraulich zeigen – die seien aber auf Französisch verfasst gewesen und Übersetzer seien nicht geduldet worden. Vertreter Montreals sprachen dagegen von wiederholten Erpressungsversuchen seitens der FGG. Die EuroGames in München sind nicht vom erbitterten Streit zwischen der FGG und Montreal betroffen. Die gigantischen Ausmaße der Gay Games waren der European Gay and Lesbian Sports Federation (EGLSF) von jeher suspekt. „Hier gibt es ein partnerschaftliches Miteinander und eine vernünftige Arbeitsteilung zwischen Lizenzorganisationen und Organisatoren“, so Sascha Mrotzek von Euro- Games 2004. „Die Entwicklungen innerhalb der FGG, für die als Organisation in Europa wenig Sympathien bestehen, sehen die schwullesbischen Sportvereine mit einiger Sorge für die Zukunft der Gay Games.“ Die EuroGames hatten in den letzten Jahren immer ein ausgeglichenes Ergebnis. Die FGG entscheidet nun im März darüber, wer anstelle von Montreal die Gay Games 2006 austrägt. Als Ersatzstandort haben sich Chicago und Los Angeles beworben. Die FGG hat den Montrealern nun untersagt, den Namen Gay Games zu benutzen – das Event heißt nun „Rendez-Vous Montréal 2006“. Streit um Namen haben bei diesen Sportveranstaltungen bereits Tradition: 1982 sollten die ersten Gay Games eigentlich „Gay Olympic Games“ getauft werden. Das Nationale Olympische Komitee der USA wollte jedoch nicht mit Schwulen und Lesben in einen Topf geworfen werden und brachte den US-Kongress dazu, ihnen alleine das Wort „Olympiade“ zuzugestehen. Gegen „Rat Olympics“, „Police Olympics“ oder „Dog Olympics“ hatte das Komitee damals jedoch nichts einzuwenden. Unter Umständen werden die Gay Games und Rendez-Vous Montréal zeitgleich ausgetragen – dann fängt zwischen den beiden Veranstaltern der sportliche Wettkampf erst richtig an: Wer wird es schaffen, mehr schwullesbische Athleten anzulocken? Und viel wichtiger – kommen die überhaupt noch nach den langwierigen Querelen?
Source: Our Munich page 42 |
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February 2004 Our Munich Wenn der Pfannkuchen zum Taucher wird Von Ariane Rüdiger Wer Aerobic mit harmlosem Herumgehüpfe im Fitness-Studio assoziiert und bei Cheerleading in erster Linie an schlüpfrige Teenager-Geschichten à la American Beauty denkt, liegt falsch: Beides sind EuroGames-Disziplinen. Was haben ein Pancake und ein Taucher gemeinsam? Die Antwort dieser scheinbar sinnlosen Frage lautet Sport-Aerobic. Beide Namen bezeichnen nämlich Figuren aus dem Figurenkatalog dieser Sportart und werden somit natürlich auch während der EuroGames zu sehen sein. Der Organisator der Aerobics-Wettkämpfe heißt Ralf Becker. Er weiß, worauf er sich einlässt: Der 40-jährige Becker ist seit sieben Jahren ausgebildeter Trainer für Aerobic und mittlerweile auch Personal Trainer für das 1:1-Training, ein Konzept, bei dem ein Trainer konzentriert mit einem Klienten an dessen Fitness arbeitet. Für die insgesamt sechs geplanten Aerobics-Wettbewerbe der EuroGames hat Becker detailliert vorgeplant – weil der gelernte Immobilienfachwirt momentan arbeitslos ist, musste er dafür wenigstens nicht seinen Schlaf opfern. Vorgesehen sind Sport-Aerobic-Wettbewerbe im Einzel, Doppel und Trio, wobei im Einzel Männer und Frauen getrennt gewertet werden. In den übrigen beiden Disziplinen sind alle Mischungen erlaubt, getrennte Wertungen finden nicht statt. Der Sport-Aerobic-Wettbewerb richtet sich an wettkampferfahrene fortgeschrittene Aerobic-Aktive. Für die FreizeitsportlerInnen, die es gewohnt sind, ihre Übungen unter Aufsicht und nach Ansage eines Trainers auszuführen, gibt es ebenfalls drei Turniere: einen Einzelwettbewerb, wo alle – beobachtet von Aerobic-Trainern – gleichzeitig die Übungen eines Presenters nachturnen und dann bewertet werden, und zwei Team-Wettbewerbe – einmal in klassischem und einmal in Step-Aerobic. Wobei Step sich nicht etwa von Step-Tanz, sondern vom Treppensteigen oder dem entsprechenden Fitness-Gerät, dem Stepper, ableitet. Premiere: Aerobics-Wettbewerbe Kommen die Aerobics-Wettbewerbe zustande, wäre dies eine Premiere bei einer lesbischschwulen Sportveranstaltung. Ein geplantes Aerobics-Event in Zürich scheiterte im vergangenen Jahr mangels Masse. „Ich pflege aktiv Kontakte zu den Hetero-Aerobics- Verbänden. Dort sind sehr viele lesbische und schwule TrainerInnen organisiert, die von unserem Engagement einfach nichts wissen“, sagt Becker. Immerhin gibt es schon Anfragen aus Dänemark und den Niederlanden. Damit nicht genug. Der nimmermüde Becker, der vor 23 Jahren mit Gesellschaftstanz begann und wegen der sportlichen Seite mehr und mehr zum Aerobic wechselte, organisiert auch noch den Cheerleading-Wettbewerb. An diesem Sport reizen ihn vor allem das choreografische und das Show-Element. Teilnehmen dürfen Gruppen zwischen fünf und 20 Mitgliedern. „Ich gehe davon aus, dass mindestens sieben oder acht Teams kommen“, sagt Becker. Die Gruppen müssen sich in Pflicht und Kür bewähren. Für die Pflicht gibt es strenge Regeln: „Drei Elemente, drei Minuten, die Musik bestimme ich“, erklärt Becker. Auch sonst ist bei Becker derzeit alles aufs Organisieren eingestellt: Der Immobilienspezialist plant den beruflichen Umstieg: Er möchte in München ein Personal-Trainer-Studio eröffnen und steckt mitten in den Vorarbeiten. Daher kommt die eigene sportliche Aktivität im Moment etwas zu kurz. Ob Becker selbst an einem Wettbewerb teilnehmen wird, steht noch nicht fest. „Das entscheide ich kurzfristig“, sagt er und lächelt so motivierend, dass das auch den trägsten Fitness-Klienten in Bewegung bringen dürfte.
Source: Our Munich |
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January 2004 Our Munich Im Laufschritt am Ball Von Ariane Rüdiger Andreas Klose ist ein vielbeschäftigter Mann: Wenn er nicht gerade als ehrenamtlicher Vorstand des schwulen Informations- und Kommunikationszentrums SUB aktiv ist oder arbeitet, findet man ihn auf dem Squash-Court. Zwei- bis dreimal wöchentlich trainiert der 37-jährige Münchner. Ganz nebenbei organisiert er das EuroGames-Squash- Turnier. „Dafür muss ich im Moment noch nicht so viel tun, aber ab nächstem Frühjahr dürften es wohl fünf bis zehn Wochenstunden werden“, sagt er nüchtern – zu den zehn bis 20 Stunden, die sein Vorstandsjob beim SUB wöchentlich verschlingt. Klose ist ein wahres Organisationstalent, sonst wäre es wohl kaum möglich, das alles unter einen Hut zu bringen. Aufs Squash-Spielen wird er bei allen zeitlichen Engpässen als Letztes verzichten. „Der Sport ist für mich wichtig, weil er mich in Bewegung hält und weil man sich dabei abreagieren kann“, sagt Klose. Ihm gefällt gegenüber anderen Ballsportarten, dass das Spiel schnell ist: „Beim Tennis dauert ein Satz oft eine Stunde, beim Squash ist er nach fünf bis zehn Minuten vorbei, dafür aber total intensiv“, beschreibt Klose seinen Lieblingssport. Beruflich ist Klose Keditanalyst für Unternehmenskredite bei der Hypo- Vereinsbank, ein anspruchsvoller, aber bewegungsarmer Job mit viel Verantwortung. Ehrgeiz entfaltet Klose nicht nur im Job: Von den ersten Squash-Versuchen in der frühen Pubertät über die ersten ernsthaften Spielansätze an der Bonner Universität, wo er Volkswirtschaft studierte, bis zum heutigen EuroGames-Turnier hat er sich langsam, aber stetig nach oben gekämpft. Spielte er an der Uni noch rein privat mit einer Gruppe von Freunden einmal wöchentlich jeder gegen jeden, so ging es in München mit dem Eintritt ins Team München und den Racket Club richtig zur Sache. Außerdem spielt Klose noch in einer (Hetero-)Freizeitliga mit. Zuerst war er beim Racket-Club im CTeam, wo er im Jahr 2000 den König-Ludwig-Cup holte. Bald darauf folgte der Aufstieg in die B-Klasse und ein zweiter Platz beim Berliner Turnier Pfingsten 2000. „Inzwischen bin ich ASpieler und kämpfe um den Anschluss“, sagt Klose. Bei den EuroGames wird er in der BKlasse starten, denn dort gibt es statt drei vier Spielklassen. „Eine Medaille werde ich wohl nicht holen, aber ich hoffe auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Siegen und Niederlagen“, sagt Klose bescheiden. Und das Privatleben? Das kommt bei all dem Engagement im Moment leider zu kurz. Wenn Klose demnächst nicht mehr für den Vorstand des SUB kandidiert, dem er nunmehr vier Jahre angehörte, hofft er auf Besserung. Jetzt – vor den Euro- Games – geht es erst mal auf große Tour: Dschungelpisten statt Zahlenwüsten stehen auf dem Programm. Drei Monate lang wird Klose mit einer Gruppe durch Afrika reisen. „Das ist ein alter Traum von mir, und in diesem Jahr kann ich ihn umsetzen“, sagt Klose mit leuchtenden Augen. Der Squash- Schläger bleibt derweil zu Hause und wartet schon ungeduldig auf die Rückkehr seines Meisters.
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December 2003 Our Munich Sensibel reagieren statt hart zuschlagen Von Ariane Rüdiger Sebastian Kühnen (39) tritt für den Münchner Karateverein Bushido bei den EuroGames in der Disziplin Karate an. Von martialischem Auftreten hält er allerdings nichts. Eher will er körperliche Auseinandersetzungen schon im Vorfeld verhindern. Wer Sebastian Kühnen vor sich sieht, denkt kaum an das Durchschlagen dicker Bretterstapel: Der Mitbegründer des lesbischschwulen Münchner Karatevereins Bushido schaut aus nachdenklichen, bebrillten Augen in die Welt und ist eher schlank als ein Muskelpaket. Bei den EuroGames tritt Kühnen trotzdem in der Disziplin Karate an und vielleicht auch als Schiedsrichter im Martial- Arts-Wettbewerb, bei dem die SportlerInnen in unterschiedlichen östlichen Kampfsportarten gegeneinander antreten. Karate: Mittel der Selbsterforschung Karate übt Kühnen schon seit seinem 13. Lebensjahr aus. Für ihn war der Sport ein Mittel der Selbsterforschung und -stärkung. „Ich spürte, dass ich irgendwie anders war als die anderen, und wollte etwas für mich tun“, erinnert er sich an seinen Einstieg. Heute hat sich Kühnen bis zum zweiten Dan, dem zweiten Meistergrad des Karate, hinaufgekämpft. Im lesbisch-schwulen Bereich engagiert er sich für seinen Sport seit 1994. Damals rief er eine HIV-Positiven-Selbstverteidigungsgruppe ins Leben. Dann folgten die ersten Karate-Anfängerkurse, ehe der organisatorische Aufwand 1996 eine Vereinsgründung unumgänglich machte. Bis dahin war die Karategruppe eine rein schwule Angelegenheit, nun öffnete sie sich für Lesben – anfangs mit wenig Erfolg. „Lange gab es nur eine einzige Lesbe, die immer bei uns mitgemacht hat. Dann kamen plötzlich zu einem Anfängerkurs drei und haben durchgehalten. Von da an ging es mit der Zahl der Lesben aufwärts“, erinnert sich Kühnen. Heute ist das Verhältnis fast halbehalbe. Lesben seien zum Teil zimperlicher, zum Teil aber auch härter im Nehmen als ihre schwulen Karate-Kollegen, meint Kühnen. „Viele Schwule sind vom Sportunterricht traumatisiert, deshalb gehe ich in den Anfängerkursen besonders sensibel und stärkend vor, statt gleich das Kämpfen in den Mittelpunkt zu stellen.“ Überhaupt hört Kühnen das Wort Kampfsport gar nicht gern. Er spricht lieber von Kampfkunst: „Eigentlich geht es um eine Lebenseinstellung, darum, das Selbstbewusstsein und eine aufrechte Haltung zu stärken und so den eigentlichen Kampf schon im Vorfeld zu verhindern. Nicht um schlichtes Draufhauen.“ So betrachtet steht Karate keinesfalls im Gegensatz zu seinem Beruf: Als evangelischer Pfarrer betreut er die Laetare-Gemeinde im Stadtteil Neuperlach. „Dort tu’ ich oft auch nichts anderes, als Menschen mehr Selbstbewusstsein zu geben oder ihnen den Rücken zu stärken“, sagt er. „Das passt sehr gut.“ In seiner Gemeinde ist Kühnen unter anderem für Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit zuständig. Traumatisiert vom Sportunterricht Dass Karatekunst auch etwas mit Lebenskunst zu tun haben muss, beweist Kühnen jeden Tag. Wie sonst ist zu erklären, dass er in seinem mit Terminen gespickten Alltag noch fünf Karate-Trainingseinheiten pro Woche einbaut? Jeweils am Donnerstag und am Sonntag bringt er in Münchner Turnhallen mehreren Gruppen von Lesben und Schwulen von den AnfängerInnen bis zu den kampferfahrenen Fortgeschrittenen die komplexe Kampfkunst bei. Gut, dass sein Freund ebenfalls bei Bushido mitmischt: „So sehen wir uns beim Training“, sagt Kühnen und schmunzelt. Von den EuroGames erwartet er sich vor allem Kontakte zu anderen Kampfkünstlern, denn es entsteht gerade ein europaweites lesbisch-schwules Netz der östlichen KampfsportlerInnen. „Wir von Bushido sind weniger Wettkampf-fixiert als viele andere Sportler, was manchmal ein gewisses Unverständnis hervorruft. Deshalb steht für uns auch bei den EuroGames die Begegnung im Mittelpunkt“, sagt Kühnen. Was nicht ausschließt, dass dabei nicht auch die eine oder andere Medaille abfällt. Schließlich hat Sebastian Kühnen bei den letzten EuroGames in Amsterdam schon einmal Silber geholt.
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